Die Glasbläserin
Die Werkstatt am Stadtrand war ein düsterer Ort. Jahrelang stand Clara dort am Ofen, das Gesicht von der Hitze gerötet, während draußen der graue Regen gegen die Scheiben schlug. Sie blies Glas. Sie formte Vasen, die das Licht einfangen sollten, und Kelche, die so dünn waren, dass sie beim bloßen Anschauen zu klingen schienen. Doch an diesem Ort gab es einfach keine Resonanz. Es war eine Fabrik der Massenware, in der nur in Stückzahlen und billigem Nutzglas gedacht wurde. Die Arbeit musste schnell gehen, plump und standardisiert sein. Niemand hatte hier ein Auge für das Filigrane. Es war keine böse …