Als Kinder haben wir überwiegend das gelernt, was uns nonverbal vermittelt wurde. Unser Umfeld, unsere Eltern und Bezugspersonen zeigten uns durch Mimik, Gestik und Verhalten, wie wir uns verhalten sollten. Dabei haben wir Rollen eingenommen, die dazu dienten, Schmerz zu vermeiden, Konflikte zu umgehen oder Liebe und Akzeptanz zu sichern. Oft haben wir unbewusst Muster entwickelt, die uns bis ins Erwachsenenalter prägen und unser Verhalten beeinflussen.
Das Orakel fordert uns auf, einen tieferen Blick auf auf mögliche Rollenmuster zu werfen, die wir als Kind übernommen haben.
- Der Spielverderber
Das Kind übernimmt gelegentlich die Rolle des Spielverderbers, um Kontrolle zurückzugewinnen oder Aufmerksamkeit zu erlangen. Es zeigt dadurch, dass es Schwierigkeiten hat, sich in Gruppen einzufügen, oder signalisiert durch Störungen, dass es Unterstützung benötigt oder sich unsicher fühlt. - Der Retter
Als Retter übernimmt das Kind eine fürsorgliche Rolle, indem es anderen hilft, Probleme löst oder Konflikte schlichten möchte. Dies kann ein Versuch sein, Anerkennung zu gewinnen oder eigene Ängste und Unsicherheiten abzuwehren, indem es das Gefühl der Kompetenz demonstriert. - Der Rebell
Der Rebell irritiert Autoritäten und Grenzen, um Autonomie zu behaupten oder Frustration auszudrücken. Dieses Muster kann auf einen Wunsch nach Unabhängigkeit hindeuten und dafür stehen, dass das Kind sich gegen Erwartungen auflehnt, um eigene Bedürfnisse sichtbar zu machen. - Der Träumer
Das Kind flüchtet sich in Welt der Fantasie, um Belastungen oder Konflikte zu bewältigen. Der Träumer verwendet seine Vorstellungskraft, um sich beispielsweise vor unangenehmen Situationen zu schützen oder Trost zu finden. - Der Friedensstifter
Als Friedensstifter versucht das Kind, Konflikte zu schlichten und Harmonie zu bewahren. Es übernimmt eine vermittelnde Rolle, um Gruppenzusammenhalt zu sichern, und zeigt oft ein hohes Maß an Empathie. - Der Außenseiter
Der Außenseiter fühlt sich abgelehnt oder ausgeschlossen. Diese Rolle kann eine Strategien zur Bewältigung von Unsicherheiten sein, indem das Kind sich mehr in sich selbst zurückzieht, um Kontrolle und Schutz zu gewinnen. - Der Held
Der Held strebt danach, in der Gruppe bewundert oder anerkannt zu werden. Dieses Muster zeigt oft den Wunsch nach Bestätigung, Tapferkeit oder Perfektion, kann aber auch Druck und Angst vor Versagen mit sich bringen. - Der Perfektionist
Das Kind bemüht sich um Fehlerfreiheit und Kontrolle, weil es auf Unsicherheiten und Leistungsdruck reagiert. Es strebt nach Vollkommenheit, um sich sicher zu fühlen, kann dabei aber auch überfordert werden. - Das Kind, das sich unsichtbar macht: Dieses Kind versucht, Konflikte, Aufmerksamkeit oder unangenehme Situationen zu vermeiden, indem es sich nicht in den Mittelpunkt stellt. Es zeigt möglicherweise vermehrt zurückgezogenes Verhalten, schweigt still oder zieht sich körperlich und emotional zurück. Das unsichtbar Machen dient als Schutzmechanismus, um unangenehme Erfahrungen nicht erst sichtbar werden zu lassen, Angst vor Ablehnung oder Strafen zu vermeiden oder ungeliebte Aufmerksamkeit zu verhindern. Es ist oft ein Zeichen für Unsicherheit, Angst oder ein Bedürfnis nach Sicherheit.
- Das Kind, das lernt zu lügen: Dieses Kind greift auf bewusste oder unbewusste Lügen zurück, um unangenehme Konsequenzen zu umgehen oder um Anerkennung und Akzeptanz zu erlangen. Es lernt, die Wahrheit zu verschleiern, um negative Reaktionen der Umwelt zu vermeiden oder um im sozialen Gefüge zu bestehen. Lügen kann auch Teil eines Bewältigungsmusters sein, um Konflikte zu verbergen, Schuldgefühle zu vermeiden oder die eigene Position sicherer zu machen. Dieses Verhalten spiegelt häufig Unsicherheiten, Konflikte im Familienumfeld oder den Wunsch nach Kontrolle wider.
- Der Verlorene / Das Opfer
Das Kind gibt vor, hilflos oder machtlos zu sein, um Aufmerksamkeit oder Mitgefühl zu erlangen. - Der Professor / Der Wissende
Das Kind zeigt übermäßiges Interesse an Wissen, um Kontrolle zu gewinnen oder um Unsicherheiten zu kompensieren.
Diese Rollen sind oft unbewusst entwickelte Strategien, um mit schwierigen Lebensumständen, Gefühlen oder Konflikten umzugehen. Sie können dem Kind Schutz oder Erleichterung verschaffen. Diese Muster wirken oft unbewusst und sind tief in unseren frühkindlichen Erfahrungen verankert und im Erwachsenenalter stehen sie uns im Weg, weil sie uns daran hindern, authentisch, flexibel und gesunde Beziehungen zu führen oder persönliche Entwicklung zuzulassen.
Das bewusste Erkennen und Auflösen dieser Rollen ist ein wichtiger Schritt für mehr Freiheit und Selbstakzeptanz.
Welche Rollenmuster hast du als Kind eingenommen, um Schmerzen zu vermeiden, Aufmerksamkeit zu erhalten oder Konflikte zu umgehen?