Einer will immer mehr
Einer will immer mehr

Einer will immer mehr

12.08.25

In dieser Legung erzählen mir sowohl die Lenormand- als auch die Tarotkarten im Grunde dieselbe Geschichte, nur eben auf ihre ganz eigene Weise. Und während ich so auf die Karten schaue, ploppt mir sofort der Song „Einer will immer mehr“ von Alin Coen in den Kopf, weil er diese Stimmung einfach perfekt einfängt.

Im Tarot beginnt es mit dem Page der Kelche und den 2 der Kelche. Eine freundliche Geste, eine Einladung, ein offenes Herz, der Wunsch, sich auf Augenhöhe zu begegnen. Mit dem Ass der Münzen liegt die Chance auf etwas Festes in der Luft. Doch dann taucht die 4 der Münzen auf, hier nicht als Angst, sondern als bewusstes Festhalten an der eigenen Stabilität, um sich nicht in etwas hineinziehen zu lassen, das zu forciert wirkt. Die 5 der Schwerter und 10 der Stäbe zeigen, wie schnell Druck und Überforderung entstehen können, wenn jemand um jeden Preis sein Ziel erreichen will.

Die Lenormandkarten erzählen dasselbe: Kind (etwas Neues, Zerbrechliches), Schiff (Sehnsucht, Distanz überbrücken wollen), Hund (Freundschaft, Loyalität), Herz (Gefühle, Liebe)  und dann der Turm (Rückzug, klare Grenzen). Auch hier wirkt es, als wolle jemand aus einer Freundschaft unbedingt Liebe werden lassen, koste es, was es wolle. Und der andere? Zieht sich zurück, bevor überhaupt eine echte Verbindung wachsen kann.

Manchmal startet alles mit den besten Absichten, aber wenn einer gleich am Anfang zu viel will, fühlt sich der andere eingeengt und unter Druck gesetzt. Und dann ist es vorbei, bevor es überhaupt angefangen hat.



Verwendete Karten:

Gilded Reverie Lenormand, von Ciro Marchetti, herausgegeben von U.S. Games Systems, Inc.

Wheel of the Year Tarot, Artwork von Antonella Platano, herausgegeben von Lo Scarabeo.

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