Wünsch dir was oder der Prinz auf der Pusteblume
Wünsch dir was oder der Prinz auf der Pusteblume

Wünsch dir was oder der Prinz auf der Pusteblume

Pusteblume
4.10.

Es war einmal ein Land, das nur in Dämmerungen lebte , nie ganz Tag, nie ganz Nacht. Dort wuchs auf einer windgepeitschten Wiese eine Pusteblume, deren Samen nie verwehten. Man sagte, sie erfülle Wünsche, wenn man sie zur richtigen Stunde berührte. Eines Abends, nicht Frühling, nicht Sommer, schwebte ein junger Prinz auf eben jener Pusteblume heran. Kein weißes Pferd, keine glänzende Rüstung. Nur Wind, Glanz in den Augen, und Worte wie Musik.

„Ich habe gehört, du trägst einen Wunsch im Herzen,“ flüsterte er.
„Ich kann ihn erfüllen, nur sprich ihn aus.“

Er war schön. Sanft. Er sah die Seele, nicht nur das Gesicht. Seine Stimme klang nach Gedicht. Und doch, seine Augen blickten stets auch über die Schulter, als würde er schon die nächste Wiese suchen. Die junge Frau, der er begegnete, hatte ein Herz, das schon oft gewünscht, aber selten empfangen hatte. Sie wollte glauben. Doch als sie in seine Augen sah, hörte sie eine leise Stimme in sich sagen:

„ Höre dir alle Seiten an – nicht nur die süße Melodie. Lass dich nicht vom Wind tragen, wenn du nicht weißt, wo er dich hinführt.“

Sie zögerte. Balance war ihr innerer Rat. Und je mehr sie lauschte, desto klarer hörte sie ihr Herz und ihren Verstand gemeinsam sprechen. Der Prinz lud sie ein: „Komm mit mir! Lass uns tanzen durch das Gras, reiten auf Versprechen, schweben auf Möglichkeiten.“ Sie fragte: Ist das Liebe? Oder nur der Glanz des Moments?“ „Wirst du bleiben, wenn der Tau trocknet? Oder fliegst du davon, wenn die Blume kahl ist?“ Er lächelte. Schwieg. Und schwebte weiter. Nicht beleidigt. Nur weitergezogen.

Da stand sie nun. Allein? Nein. Frei.

Und plötzlich geschah etwas Merkwürdiges. Das Rad des Schicksals begann sich zu drehen. Die Winde wechselten. Die Sonne trat hervor.
Nicht weil er gegangen war, sondern weil sie geblieben war. Bei sich.

Ein neuer Tag.
Ein neuer Gedanke.
Ein neues Ziel. 

Vielleicht sogar eine neue Reise, ihre eigene, kein Prinz mehr nötig. Und dann ein Lichtstrahl wie ein Schwert.

Eine Idee. Eine Erkenntnis. Ein Geistesblitz. Eine neue Vision? Ace of Winter. Klarheit. Richtung.
Die eigene Stimme  so deutlich, dass kein Lied eines Prinzen sie mehr übertönen konnte.

Und die Moral von der Geschicht`?

Balance zuerst. Wer in sich ruht, lässt sich nicht vom Wind tragen, sondern wählt den Kurs selbst. Lass dich nicht so schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Bleibe auf dem Boden und heb nicht ganz zu schnell ab.

Der Prinz auf der Pusteblume ist nicht schlecht , er ist ein Erlebnis, ein Spiegel, ein poetischer Moment. Doch keine feste Burg. Er bringt Schwung in dein Leben, verführt mit Charme, Poesie und intensiver Aufmerksamkeit. Man fühlt sich von dieser Person schnell verzaubert. Sie sieht dich wirklich und schenkt dir das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu sein. Doc diese Magie kann auch flüchtig sein. Die  Energie des Prinzen ist stark, aber nicht immer von Dauer. Er liebt die Liebe selbst und nicht immer das Gegenüber auf lange Sicht. 

The Lovers zeigen: Nicht jede Verlockung ist Liebe. Doch jede Wahl formt unser Selbst. 

Das Rad des Schicksals dreht sich, wenn wir bereit sind, uns selbst zu wählen. 

Ace of Winter, dass Ass der Schwerter, schenkt uns Klarheit, Worte, Entscheidungen und manchmal auch ganz irdisch: ein Auto, ein Ticket, raus aus alten Schleifen.


Verwendete Karten:

Fairy Tarot Cards – Radleigh Valentine, ursprünglich gemeinsam mit Doreen Virtue
Illustrationen von Howard David Johnson
veröffentlicht bei Hay House Inc.

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