Vom 22. Oktober bis 10. Dezember 2025 wird Neptun rückläufig in seinem eigenen Zeichen Fische, auf dem sensiblen, abschließenden Grad von 29°. Diese Phase kann sich anfühlen wie das langsame Aufwachen aus einem inneren Nebel. Neben dem Fuchs sind es die Wolken im Lenormand, die aufzeigen, wo wir uns täuschen oder getäuscht werden. Dinge, an die wir geglaubt haben über uns selbst, andere Menschen oder das Leben verlieren plötzlich an Kraft oder zeigen ihre Widersprüche.
Dabei geht es nicht nur um große, weltbewegende Visionen oder spirituelle Täuschungen, sondern um tief eingeprägte Muster, die unseren Alltag bestimmen. Zum Beispiel der Glaube, dass wir andere Menschen durch Diskussionen, Überzeugungsversuche oder Anpassung verändern können. Oder dass es unsere Aufgabe sei, Konflikte zu vermeiden und Harmonie aufrechtzuerhalten, selbst wenn wir dafür unsere eigenen Bedürfnisse unterdrücken. Auch die Überzeugung, dass wir nur dann wertvoll sind, wenn wir nützlich, stark, positiv oder verständnisvoll sind, kann jetzt ins Wanken geraten. Es sind genau diese subtilen Programme, die wir für Wahrheiten halten, die aber oft nur auf früheren Erfahrungen oder alten Schutzstrategien beruhen und uns heute mehr einengen als helfen.
In dieser rückläufigen Neptun-Zeit kann es zu Enttäuschungen kommen, die genau solche inneren Konstrukte sichtbar machen. Vielleicht, weil jemand unsere Gutmütigkeit ausnutzt. Vielleicht, weil wir merken, dass wir uns selbst klein gemacht haben in der Hoffnung, geliebt oder gebraucht zu werden. Vielleicht auch, weil wir erkennen, dass wir zu lange an einem Bild festgehalten haben, das nicht (mehr) zur Realität passt. Es kann auch sein, dass wir von außen getäuscht werden durch Personen, denen wir vertraut haben, oder durch die Medien und gesellschaftliche Aussagen, die sich als hohl oder manipulativ entpuppen.
Wenn du weißt, in welchem Lebensbereich (Haus) in deinem Geburtshoroskop 29 Grad Fische liegen, bekommst du einen Hinweis darauf, wo sich solche Illusionen möglicherweise lösen wollen. Falls du das nicht selbst herausfinden kannst, unterstütze ich dich gern dabei.
So schmerzhaft diese Ent-Täuschungen auch sein mögen, sie haben ihren Sinn. Täuschungen, so irrational sie erscheinen mögen, erfüllen oft eine Funktion: Sie geben Orientierung, Sicherheit oder Hoffnung in Zeiten, in denen wir noch nicht bereit waren, etwas anderes zu sehen. Doch irgendwann wird es eng in diesen alten Bildern. Dann ist es Zeit, sie zu hinterfragen, nicht weil sie „falsch“ waren, sondern weil sie nicht mehr tragen.
Diese Phase ist eine Einladung, nicht zu resignieren, sondern ehrlicher mit sich selbst zu werden. Nicht alles, was sich vertraut anfühlt, ist auch gesund. Und nicht alles, was schmerzt, ist zerstörerisch. Manches will nur das aufdecken, was darunter liegt. Deine wirklichen Bedürfnisse, deine Klarheit, deine Freiheit. Es geht nicht darum, Träume aufzugeben, sondern darum, zu erkennen, wo wir etwas festhalten, das nicht mehr zu uns gehört. Und von dort aus bewusster zu entscheiden, wie wir weitergehen wollen.
Verwendete Karte:
Gilded reverie Lenormand, Ciro Marchetti, U.S. Games Systems