Das Dilemma der Königin des Wassers
Das Dilemma der Königin des Wassers

Das Dilemma der Königin des Wassers

01.07.2026

Zwei Menschen begegnen sich. Vielleicht beginnt eine Geschichte. Vielleicht auch zwei. Jeder bringt seine eigene mit. Die Energien tanzen miteinander. Zwei Schritte vor, drei zurück, einen nach vorn.
Das Herz möchte fühlen, der Kopf möchte verstehen. Und genau in diesem Spannungsfeld entsteht etwas, das sich nicht greifen lässt.
Etwas liegt zwischen ihnen. Etwas, das weder ausgesprochen werden kann noch ausgesprochen werden sollte, weil es sich jeder Sprache entzieht.
Es ist nur ein Gefühl. Eine Ahnung. Eine feine Schwingung, die spürbar ist, ohne sich erklären zu lassen.
Fast unbemerkt beginnt der Verstand, diesen Raum zu füllen. Mit Möglichkeiten, Erwartungen und Geschichten.

So ergeht es der Königin des Wassers. Sie nimmt jede Regung wahr und vertraut ihrer Intuition. Doch gerade darin liegt ihre Herausforderung. Nicht jede Empfindung braucht sofort eine Bedeutung.
Am liebsten würde sie alles aussprechen, Klarheit schaffen, das Unsichtbare sichtbar machen. Doch was soll sie sagen, wenn die Geschichte noch gar nichts erzählt? Wenn noch keine Seite beschrieben wurde, über die man sprechen könnte?
In ihr wächst der Wunsch nach Klarheit. Handeln oder abwarten? Sprechen oder schweigen? Sie bemerkt, dass sie Gefahr läuft, etwas auszusprechen, das bisher nur in ihrer eigenen Wahrnehmung existiert. Würde das wirklich Klarheit schaffen oder nur ihre eigene Anspannung lösen?                                 

Sie fühlt tief. Sie nimmt mehr wahr, als Worte oft ausdrücken können. Das macht sie mitfühlend und liebevoll, aber auch verletzlich. Gerade deshalb darf sie darauf vertrauen, dass nicht jede leise Schwingung sofort eine Aktion und Antwort braucht. Vielleicht besteht ihre Aufgabe darin, nicht vorauszublättern, sondern im gegenwärtigen Moment zu bleiben und ihn zu genießen. 

 Manche Geschichten brauchen Zeit, bevor sie Worte finden,. Und vielleicht endet genau hier ein altes Muster. Das Kopfkino darf gehen und Vertrauen seinen Platz einnehmen.       

 Manche Geschichten schreiben sich am schönsten selbst, sobald wir aufhören, sie kontrollieren zu wollen.

Verwendete Karten:

Tanis Lenormand, Célia Melesville, Königsfurt-Urania Verlag

Das Engel-Tarot, Doreen Virtue, Allegria

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