Der Teufel trägt nicht immer Prada
Der Teufel trägt nicht immer Prada

Der Teufel trägt nicht immer Prada

8.10.25

Dies ist die Geschichte zweier starker Persönlichkeiten. Wahrscheinlich ein Ehepaar, vielleicht ein Paar, das seit vielen Jahren gemeinsam durchs Leben ging. Beide stehen fest im Leben, verwurzelt in ihren Werten, erfolgreich in dem, was sie tun. Nach außen hin wirken sie wie das perfekte Gegenstück: Er, der König der Münzen, sie die Königin. Doch hinter der Fassade aus Stabilität und Erfolg spielt sich ein leiser, aber tiefer Zerfall ab.

Die Königin der Münzen ist eine Frau mit Herz und Verstand. Geerdet, organisiert, voller Fürsorge, doch nicht aufopfernd. Sie kennt ihren Wert. Sie liebt aus Tiefe, nicht aus Bedürftigkeit. In letzter Zeit aber hat sie sich zurückgezogen. 4 der Schwerter. Rückzug ins Innere, Stille. Und direkt daneben das Ass der Stäbe, ein Symbol für Leidenschaft, Sexualität, kreative Kraft. Doch dieses Feuer ruht. Es ist da, doch sie kann es nicht mehr spüren. Nicht unter diesen Bedingungen.

Denn zwischen ihr und dem König steht ein dunkler Schatten. Der Teufel.

Der König der Münzen war immer ein Fels. Solide, verlässlich, ein Mann, der auf Qualität setzt, auf Struktur, auf Sicherheit. Doch hinter ihm liegt ein Zusammenbruch. Der Turm. Ein Schock, ein Moment, der alles veränderte. Vielleicht eine Niederlage, ein Verlust, ein Moment, in dem sein mühsam erbautes Lebenskonzept in sich zusammenbrach.

Und genau dort, wo der Schmerz saß, fand er ein Ventil. Kein gesundes, sondern eines, das ihn mehr und mehr von sich selbst und seiner Partnerin entfremdet hat: Sexsucht.

Sexsucht ist oft mit Kontrolle und Macht verbunden, besonders bei Menschen, die im Leben stark auf Leistung, Status und äußeren Erfolg setzen. Für ihn wurde sie ein Fluchtweg. Ein Ort, wo er sich lebendig fühlen konnte. Kurzfristig. Intensiv. Körperlich. Doch nie wirklich erfüllt. Es ging nicht um Liebe, nicht um Nähe, sondern um Macht, Bestätigung, vielleicht auch um die Illusion, wieder Kontrolle über das eigene Leben zu haben.

Was einst Leidenschaft war, wurde zur Obsession. Was einst Verbundenheit war, zerbrach in Scham und Doppelleben. Er konnte es verstecken vor der Welt, vielleicht auch eine Zeit lang vor ihr. Doch sie spürt es. Sie sieht es. Nicht in Worten, sondern im Rückzug, in der Kälte, in der Art, wie er ihr nicht mehr begegnet.

Und sie? Sie grenzt sich ab. Keine Co-Abhängigkeit. Keine Rechtfertigungen. Keine Selbstverleugnung. Sie liebt ihn vielleicht noch, sehr sogar, doch sie liebt sich selbst genug, um sich diesem Strudel nicht hinzugeben. Sie wird nicht mit ihm in den Abgrund gehen.

So stehen sie da. Zwei einst so verbundene Menschen. Er, im inneren Kampf mit sich und seiner Obsession. Sie, in stiller Klarheit. Die Leidenschaft zwischen ihnen ist unterdrückt, verzerrt, erstickt von einer dunklen Kraft, die mehr nimmt als gibt.

Und doch….Das Ass der Stäbe liegt da. Unentfacht, aber vorhanden. Der Funke ist nicht erloschen, nur vergraben. Vielleicht ist es noch nicht das Ende. Doch bevor ein neuer Anfang möglich ist, muss er sich befreien,  vom Teufel, von der Sucht, von der Illusion.

Nur dann könnten sie sich vielleicht wieder verbinden, nicht nur als König und Königin. Sondern als zwei geheilte Menschen, bereit für einen neuen Weg frei von Illusionen, Abhängigkeiten oder alten Mustern.



Verwendete Karten:

Everyday Witch Tarot by Deborah Blake, Llewellyn Publications

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