Eine schicksalhafte Prüfung
Eine schicksalhafte Prüfung

Eine schicksalhafte Prüfung

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Der Reiter und das Kreuz im Lenormand erinnern mich an die Kreuzritter und zusammen mit dem Ring an die Ritter der Tafelrunde.  Das Kreuz und der Berg zeigen eine Prüfung an, der wir uns schicksalhaft zu stellen haben, um unsere Berufung nicht weiter zu blockieren.

Mit den Störchen und dem Ring geht es um eine positive Veränderung, die nur durch einen Sinneswandel, ein altes Muster zu durchbrechen vermag. Ohne einen Perspektivwechsel bleiben wir in einem Art Teufelskreislauf gefangen.

Mit dem guten Herrn geht es um einen Reifeprozess. Meist müssen wir erst an einen Punkt kommen, wo äußere Scheinsicherheiten, Identifikationen und der schöne Schein von Macht und Erfolg wegbrechen und wir gezwungen werden, uns mit unseren Schattenseiten und unseren Lebenslügen auseinanderzusetzen.

Viele Mythen und Legenden, so auch die Ritterromane des Mittelalters, schildern in symbolischer Sprache, welche Gefahren und Abenteuer auf dem Lebensweg zu bestehen sind bei der Suche nach einem sinnvollen und authentischem Leben. 

Mit etwas Phantasie lässt sich auch unsere Lebensgeschichte als eine Abenteuergeschichte erzählen. 

In der Mythologie mussten die Kreuzritter, die zu Artus Tafelrunde gehörten, ebenso viele Prüfungen bestehen. Es waren Heldentaten, wenn sie mit Drachen (unsere inneren Dämonen) kämpfen mussten, von anderen Rittern herausgefordert wurden oder durch unwegsame, unheimliche Gebiete zogen, durch dunkle, magische Wälder, das Tal ohne Wiederkehr, das öde Land oder andere Bereiche der Anderswelt. Die Anderswelt erscheint in den Mythen häufig als Ort der Weisheit und Erleuchtung.

Die Abenteuer der Ritter der Tafelrunde erzählen von Prüfungen, Initiationen und Einweihungen in einen höheren Grad des Wissens und in eine neue Stufe des Selbstbewusstseins. Lancelot kämpfte für die Liebe.

Gwalchmei. Der Sohn von König Lot und Morgause muss sich bei seinen Abenteuern häufig den Prüfungen durch Frauen und Feen unterziehen. Er kämpft für die Göttin und damit für das Weibliche schlechthin.

Parzival, was übersetzt der Narr bedeutet, muss viele Abenteuer und schmerzliche Prüfungen bestehen, um ein Ritter zu werden. Er kämpft um die Erleuchtung.

Bedwyr, der Kampfgefährte und Freund Artus‘ ist der Erste, der an seiner Seite in den Kampf zieht, und der Letzte, der sich um den im Sterben liegenden König fürsorglich kümmert. Er kämpft für die Treue.

Gareth kommt anonym an Artus‘ Hof und arbeitet sich dort als Küchenjunge ganz nach oben, bis er schließlich von Lanzelot zum Ritter geschlagen wird. Er kämpft für die Bescheidenheit.

Und Tristand, der sich durch sein Dichten und sein Harfenspiel auszeichnet, kämpft für Sensibilität und die Kunst.

So entspricht die Suche nach dem heiligen Gral, auch unser Leben  als eine Art Heldenreise zu verstehen.

Als Wandlungsweg, auf dem wir aus Um- und Irrwegen, Leid, Fehlern, Schuld, Liebe, Niederlagen und Verzweiflung, Erkenntnisse gewinnen, die letztendlich zur Erfüllung unseres Lebensauftrages führen.

Und alles was wir auf unserer Lebensreise gelernt haben, wird für unsere Bestimmung benötigt.

Vielleicht bedeutet ja die Suche nach dem heiligen Gral nichts anderes als die Suche nach unserem wahren Selbst…und auf dem Weg dahin muss unser altes Ego nach und nach sterben, um dann wirklich ein erfülltes Leben führen zu können.



Verwendete Karten:

Golden Revery Lenormand Expanded Edition used with permission of U.S. Games Systems, Inc., Stamford, CT 06902. c. by U.S Games Systems, Inc. All rights reserved.

Fin De Siecle Kipper: Fortune Telling by Ciro Marchetti

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