Es war einmal eine fiktive Person namens Das Selbst. Von außen betrachtet schien Das Selbst immer fröhlich, stark und vollkommen emotionslos zu sein. Niemand konnte hinter die Masken blicken, die es stets trug, und so war es auch nicht verwunderlich, dass Das Selbst sich hinter dieser Fassade am wohlsten und sichersten fühlte.
Doch tief in seinem Inneren verbarg sich eine andere Geschichte. Das Selbst hatte gelernt, seine Gefühle zu verleugnen und zu unterdrücken. Es fürchtete sich davor, verletzlich zu sein, enttäuscht oder abgelehnt zu werden. So spielte es weiterhin gute Miene zum bösen Spiel und gab vor, dass alles in Ordnung sei, obwohl im Grunde genommen rein gar nichts in Ordnung war. Es grenzte sich von seinen eigenen Gefühlen ab, als hätte es sie gar nicht. Manchmal projizierte es unangenehme Gefühle auf andere Menschen. Anstatt seine eigenen Schwächen oder negativen Emotionen anzuerkennen, schrieb es sie anderen zu, um sich so selbst zu entlasten. So gab es Verantwortung ab und musste sich nicht mit seinem eigenen Verhalten auseinandersetzen. Häufig redete es sich auch selbst ein, dass seine Handlungen vernünftig oder gerechtfertigt seien, obwohl sie im Widerspruch standen zu seinen tiefsten Werten oder Bedürfnissen.
Doch eines Tages gelangte Das Selbst an einen riesengroßen, mächtigen Berg. Es stand vor dieser gewaltigen Herausforderung und konnte seine bisherige Strategie nicht mehr fortsetzen. Es fühlte sich verängstigt und überfordert. Selbst die perfekteste Maske konnte nicht verbergen, dass Das Selbst innerlich zitterte vor Angst.
In dieser zermürbenden Situation, als die Dunkelheit der Nacht den Himmel erfasste, erschien ein leuchtender Stern am Horizont. Er sandte einen sanften Strahl hinab zu Das Selbst, das von der Verzweiflung übermannt war. Der Stern sprach mit einer warmen, beruhigenden Stimme: „Mein liebes Selbst, ich weiß, dass du dich sicher und geschützt fühlst, wenn du deine Gefühle verleugnest und dich hinter Masken verbirgst. Doch lass mich dir etwas sagen: Es ist Zeit für dich, deine wahren Gefühle anzuerkennen und ihnen Raum zu geben.“
Das Selbst war überrascht über diese Worte. Es hatte niemals erwartet, dass jemand seine Schutzmechanismen durchschauen und gar das Gegenteil von ihm verlangen würde. Doch der Stern fügte hinzu: „Du wirst sehen, dass dein eigentliches Selbst viel stärker ist, wenn du es zulässt, authentisch zu sein.“ Die Gefühle, die du unterdrückst, sind ein wichtiger Teil deiner Persönlichkeit und sie möchten gefühlt werden. Der Weg zum Gipfel des Berges liegt darin, deine wahren Gefühle zu akzeptieren und ihnen Raum zu geben.“
Das Selbst starrte auf den leuchtenden Stern und begann allmählich zu erkennen, dass es Zeit war, seine Maske abzulegen. Es spürte eine kleine Flamme der Hoffnung in sich aufsteigen, begleitet von der Erkenntnis, dass es vielleicht nicht alleine war. Es wandte sich dem Stern zu und flüsterte: „Vielleicht hast du recht.“ “ Vielleicht ist es an der Zeit, meine gefühlvolle Seite zu umarmen und den Berg der Wahrheit zu erklimmen.“
Von diesem Moment an begann Das Selbst, seine Gefühle zuzulassen und seine eigene Authentizität zu akzeptieren. Es brach auf, um den Berg zu erklimmen, nicht mehr länger hinter Masken versteckt. Es kämpfte gegen seine inneren Ängste an, aber auch gegen die Hindernisse des Berges.
Mit jedem Schritt wurde Das Selbst stärker. Es entdeckte, dass es durch die Akzeptanz seiner Gefühle und den Mut, sich verletzlich zu zeigen, eine tiefe Verbindung mit sich selbst und auch mit anderen Menschen aufbauen konnte. Die Masken lagen lange hinter ihm, sie waren nur noch eine Erinnerung an das Vergangene.
Schließlich erreichte Das Selbst den Gipfel des Berges. Der Strahl des Sterns begleitete es bis zum Ende, bevor er sich langsam zurückzog. Das Selbst fühlte sich leichter und freier, dankbar für die Erfahrungen, die es auf seinem Weg gemacht hatte.
Und so blieb Das Selbst nicht länger ein Gefangener seiner eigenen Unterdrückung. Es lernte, dass wahre Stärke darin liegt, sich selbst anzunehmen, auch mit all seinen Gefühlen und Verletzlichkeiten.
Von nun an öffnete Das Selbst sein Herz und seine Seele und fand Frieden in der wahren Version seiner selbst.
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