Während sich die Welt in einem Spannungsfeld aus politischen Umbrüchen, gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und kollektiven Unsicherheiten befindet, richtet sich der Blick dieser Tarotlegung bewusst auf einen anderen Bereich: die persönliche Entwicklung, die trotz oder gerade wegen der äußeren Unruhe in Gang kommen kann. Die astrologische Eklipsenzeit im September 2025 wirkt auf der inneren Ebene, dort, wo Orientierung gesucht, Entscheidungen reifen und Erfahrungen verarbeitet werden.
Die dunklen Zeiten dürften nun so langsam hinter uns gelassen werden, oder beginnen sich zumindest zu lichten. Die 9 der Schwerter zeigt einen Moment, in dem Sorgen, innere Unruhe oder schlaflose Nächte noch präsent sind, aber nicht mehr das letzte Wort haben. Der Himmel beginnt sich zu klären, und die Sonne ist schon am Horizont zu sehen. Bessere Zeiten rücken näher, und ein neues Licht fällt auf das, was vor uns liegt. Dieses Licht lädt dazu ein, neu durchzustarten; nicht blind vorwärts, sondern mit einem tieferen Verständnis für sich selbst.
Die 6 der Schwerter zeigt diesen Übergang. Es ist die bewusste Entscheidung, einen Zustand hinter sich zu lassen, in dem Klarheit gefehlt hat oder die Gedanken schwer wurden, weil man alles überanalysiert hat. Diese Karte kann auch ganz konkret für einen Ortswechsel stehen, wie auch für eine Reise, einen Umzug oder einen neuen Job. Für andere ist es eine stille Verschiebung im Inneren; ein Abstandnehmen von belastenden Gedankenmustern oder alten Geschichten.
Die begleitenden Karten, Der Narr, Der Magier und die Königin der Kelche machen deutlich: Dieser Weg wird von frischer Offenheit, innerer Kraft, der Meisterschaft und einer liebevollen, empathischen Haltung getragen. Die Königin der Kelche bringt emotionale Reife und Vertrauen in die eigene Intuition mit und ein feines Gespür für das, was jetzt gut ist.
Im Zentrum der Legung steht die Karte „Karma“. Sie ruft dazu auf, über die Schwierigkeiten der vergangenen Zeit nicht nur hinwegzugehen, sondern sie bewusst zu betrachten und zu integrieren: Was haben sie uns gelehrt? Welche Lektion haben wir gelernt? Vor allem in Bezug auf Selbstliebe, Selbstachtung und die Fähigkeit, für sich selbst einzustehen, wirkt diese Karte wie ein Spiegel.
Darüber hinaus weist sie auf einen entscheidenden Wendepunkt hin. Eine Wahl steht an – vielleicht bereits getroffen, vielleicht noch ausstehend. Karma erinnert daran, dass jede Entscheidung Konsequenzen hat, die nicht nur das Jetzt, sondern auch den weiteren Weg beeinflussen. Es geht darum, sich dieser Verantwortung bewusst zu werden und nicht leichtfertig zu handeln.
Sie lädt auch dazu ein, den eigenen Entwicklungsweg zu würdigen mit allen Umwegen, Erkenntnissen und Reifungsschritten. In der Darstellung der Karte richten sich drei Figuren unter einer Sonnenfinsternis zum Himmel. Es zeigt sich ein Moment der Neuausrichtung durch ein erweitertes Bewusstsein, so als hätte man nun zurück liegende Zusammenhänge erkannt und sich der eigene Lebensfaden neu ordnet.
Die Eklipsenzeit zwischen der Mondfinsternis am 7. September in den Fischen und der Sonnenfinsternis am 21. September in der Jungfrau markiert eine Phase der Rückschau und Neuordnung. In der Nähe der Mondknoten wirken diese Finsternisse wie karmische Knotenpunkte, an denen sich alte Erfahrungen, seelische Muster und nicht gelebte Anteile noch einmal zeigen, aber nicht um festgehalten zu werden, sondern um sie bewusst zu erkennen, zu verstehen und in einen neuen Zusammenhang zu stellen.
Am gegenüberliegenden Ufer wartet die 7 der Münzen. Im Witch Tarot symbolisiert sie die Ernte: das, was durch Ausdauer, Hingabe und Kontinuität gewachsen ist. Es ist ein Moment der Bestätigung, nicht unbedingt durch äußeren Applaus, sondern durch das innere Wissen: Ich bin weitergegangen. Ich habe durchgehalten. Und jetzt beginnt sich etwas zu zeigen.
Den Abschluss bildet die Königin der Schwerter. Sie sitzt aufrecht, klar, mit einem wachen Blick. Ihre Haltung ist nicht hart, aber entschieden. Sie bringt Ordnung in das, was zuvor unübersichtlich war, und lässt sich nicht mehr von alten Unsicherheiten leiten. Mit der Karma-Karte im Rücken ist sie getragen von Erkenntnissen, die nicht vergessen werden müssen, sondern als Fundament dienen für das, worauf nun aufgebaut werden kann oder für das, was nun neue Gestalt annehmen will.
Die Karten zeigen, dass es auch inmitten weltweiter Erschütterungen Räume der Klärung gibt, der Rückbesinnung und der Neuausrichtung. Es geht nicht darum, die Ereignisse der Welt zu ignorieren, sondern darum, wie aus innerer Klarheit heraus Entscheidungen getroffen und Veränderungen mitgestaltet werden können, auf eine Weise, die sich stimmig und aufrichtig anfühlt.
Verwendete Karten:
The Witch’s Tarot
Autorin: Ellen Dugan
Illustrationen: Mark Evans
Verlag: Llewellyn Publications, 2012
Energy Oracle Cards
Autorin: Sandra Anne Taylor
Verlag: Hay House, 2013